Hochschulbaugesellschaft: Falsche Antwort auf echten Sanierungsstau

Der Berliner Senat plant eine „Hochschulbaugesellschaft“. Der Sanierungsstau an den Hochschulen ist real, und natĂŒrlich muss was passieren. Aber der aktuelle Entwurf ist aus unserer Sicht die falsche Idee.

Denn es geht lÀngst nicht nur um eine bessere Finanzierung von Sanierung und Bau.
Aufgaben aus Bau, Instandhaltung und GebÀudebetrieb sollen zentralisiert werden, und auch BeschÀftigte sollen voraussichtlich in diese neue Struktur verschoben werden.

Das bedeutet: noch mehr Steuerung von oben, noch mehr AbhÀngigkeit, noch mehr Druck auf die Hochschulen und uns BeschÀftigte.

Das kennen wir bereits aus anderen Bereichen: Der Staat zieht sich aus öffentlicher Verantwortung zurĂŒck, statt Hochschulen ordentlich auszufinanzieren. Probleme, die politisch geschaffen wurden, sollen dann ĂŒber Auslagerung, Zentralisierung und kreditfinanzierte Konstruktionen „gelöst“ werden. Bezahlt wird am Ende oft doppelt: mit Geld (Bedienung der Kredite, ineffizienten Stukturen!) – und mit schlechteren Arbeits-, Forschungs- und Studienbedingungen.

Gerade an Hochschulen ist das besonders problematisch. GebĂ€udebetrieb, Instandhaltung und technische Infrastruktur funktionieren nicht am Reißbrett, sondern vor Ort – mit Erfahrung, kurzen Wegen und Kolleg*innen, die die konkreten Bedingungen kennen. Gerade, wenn GebĂ€ude teils schon tropfen und zerbröseln. Wer diese Strukturen schwĂ€cht, gefĂ€hrdet nicht nur die Arbeit von uns BeschĂ€ftigten, sondern den Hochschulalltag insgesamt.

Deshalb gibt es gegen den Entwurf breite Kritik – von PersonalrĂ€ten, Gremien und Gewerkschaften.

Stellungnahmen und Einordnungen: